Samstag, 22. Oktober 2011

OXFAM TRAILWALKER 2012

Wir sind das Team Wanderlust. Wir, das sind Anna, Rose, Frieder und Kerstin. Als deutsch-neuseelaendisches Team haben wir uns den Namen Wanderlust gegeben, weil es das Wort sowohl im Englischen als auch im Deutschen gibt.

Gemeinsam werden wir im April naechstes Jahr 100km am Stück laufen, in ca. 24 Stunden. Das klingt ein wenig verrückt und wahrscheinlich wären wir auch nie auf die Idee gekommen, wenn nicht tausende vor uns bereits dasselbe geschafft hätten.

So eine Sache macht man am besten mit Freunden. Wir kennen Anna und Rose seit 8 bzw. 3 Jahren. Getroffen haben wir uns in Wellington, wo wir miteinander studiert, gewohnt und gefeiert haben. Wohnen und feiern tun wir hier auch immer noch (nur Anna lebt inzwischen in Auckland), aber seitdem wir uns für den Oxfam Trailwalker angemeldet haben, treffen wir uns nun auch regelmäßig zum Wandern.

Wir sind alle keine großartigen Sportkanonen (auch wenn das wahrscheinlich von Vorteil wäre), auch befinden wir uns in keiner tiefen Midlife Krise (denn dafür sind wir ein wenig zu jung). Nein, wir haben einfach Lust, uns ein neues Ziel zu stecken und unsere eigenen Grenzen auszutesten.

Mit der körperlichen Herausforderung ist es aber nicht getan. Der Trailwalker ist der größte Fundraising Event in Neuseeland und wir haben uns verpflichtet NZ$2000 (1000Euro) Spenden von Freunden, Familie und Kollegen für Oxfam einzusammeln. Also von euch.

Wie das alles zusammen passt? Das kann man gut an unserem Teamnamen „Wanderlust“ erklären. Im Englischen hat das Wort die Bedeutung von Reise-und Abenteuerlust. Wir alle reisen gerne und unsere Reisen haben uns in die entlegensten Ecken der Welt geführt. Dabei haben wir es zu schätzen gelernt, in so reichen Ländern wir Deutschland und Neuseeland geboren zu sein. Andere haben nicht soviel Glück. Der Oxfam Tailwalker gibt uns die Möglichkeit, eine persönliche Herausforderung mit der wohl größten Herausforderung überhaupt zu verbinden: Die Armut in der Welt zu beseitigen.

To sum it up, we challenge ourselves and by your contribution together we challenge poverty.

Kerstin, Rose und Frieder

Frieder und Anna

Kerstin


Sonntag, 2. Oktober 2011

Es scheint uns auf jeden Fall schwerer zu fallen, euch von unserem Alltag zu erzaehlen als von unseren Reisen und Ausfluegen. Und so hat es 5 Monaten gebraucht, bis wir uns endlich mal wieder an den Blog vorwagen. Dabei ist es nicht so, dass hier in den letzten Monaten nichts passiert waere.
Juli, August, September sind die neuseelaendischen Wintermonate und obwohl es insgesamt nie so kalt wird wie in Deutschland, kaempfen doch alle mit den kurzen, dunklen Tagen. Die Kiwis sind auf jeden Fall ein krasses Sommervolk. Voellig unvorbereitet hat der erste Schnee Wellington nach 30 Jahren getroffen. Kinder ohne Jacken und Muetzen, Teenager in Sandalen und mit rolen Nasen bei um die 0 Grad. Und auf der Arbeit haben wir uns von einer Grippewelle zur naechsten gehangelt.
Im Juni gabs dann allen Grund zum Feiern: An einem regnerischen Morgen lag ein Brief der Einwanderungsbehoerde im Briefkasten mit meiner unbefristeten Aufenthaltsgenehmigung. Damit kann ich nun fuer immer in Neuseeland aus-und einreisen. Und komme ausserdem in den Genuss von so vorteilhaften Sachen wie Wahlrecht und Krankenversicherung. Jobtechnisch gibt es keine grossartigen Veraenderungen. Frieder ist weiterhin beim Finanzministerium, hat aber vor kurzem eine Weiterbildung zum Mediator gemacht und ist dabei sich zu akkreditieren. Ich arbeite immer noch bei der Telecom. Letzte Woche sind wir in ein neues Gebauede umgezogen, das den Flair und das Aussehen eines schicken Moebelladens hat.
Natuerlich waren wir auch im Urlaub. Ihr kennt uns doch, allzu lange halten wir es nirgends im Inland aus. Diesmal ging es fuer 3 Wochen nach Tonga. Mit 2,5 Flugstunden ex Auckland ist Tonga eine weitere Insel (neben Fidschi, Samoa und Rarotonga), auf der die Kiwis und Aussis gerne die kalten Wintermonate ueberbruecken. Im KoenigreichTonga hat man die Qual der Wahl zwischen 176 Inseln. Da es aber nur auf 4 eine touristische Infrastuktur gibt, ist eigentlich ziemlich klar, wo man hingeht. Ausser man ist abenteuerlustig und moechte sich so Plaetze wie Tofua anschauen, wo die Meuterei der Bounty stattgefunden hat. Tonga ist so, wie man es sich vorstellt: Ein Paradies mit endlosen Sandstraenden, Kokusnusspalmen und tuerkisblauem Meer. Man kann eigentlich gar nicht anders als sich ultimativ zu relaxen. Schon nach 2 Tagen haben wir das langsame Dahinschlendern der Tongaer imitiert. Zu was sich auch beeilen? Hier gibt es nichts, was Eile rechtfertigen wuerde. Keine riesigen Obst-und Gemuesemaerkte oder geschaeftige Strassenstaende wie in vielen Laendern Asiens. Hier muss man sich am Morgen im Restaurat anmelden, wenn man abends zum Essen kommen moechte. Niemand versucht einem etwas zu verkaufen und die Kokosnuesse haben wir uns z.T. selbst von den Baeumen geholt. Dabei ist Tonga ein armes Land und die meisten Leute leben von den paar Dingen, die sie selbst anbauen und den Ueberweisungen ihrer Familien, die es ins Ausland geschafft haben.
Wir haben viel Zeit mit Schnorcheln verbracht und waren immer wieder ueber die kuntrebunte Vielfalt erstaunt, die sich da unter uns aufgetan hat. Es hat sich aber auch durchaus gelohnt, die Augen am Horizont auf-und abwandern zu lassen, denn nicht selten hat ein Wal seine Flosse rausgestreckt oder einen Bauchplatscher zum Besten gegeben.

Wir hoffen, dass es euch gut geht und ihr die schoenen Herbsttage geniesst. Kriegt ihr was mit vom Rugby World Cup?

Flieger Baujahr 1947

Der Hafen von Pangai




Schnorcheln im Meer

Unser Strandzelt



Kerstin und Frieder beim Kokosnusstrinken


Schweinefamilie

Trocknender Bast




Hier fand die Meuterei auf der Bounty statt

Maniokfeld

Landebahn auf Lifuka


Frieder am Strassenrand

Fischfang

Promotion Telekom Tonga


Frieder und Kerstin an der Landungstelle von Abel Tasman

Eine der 100 000 Kirchen


Altes Riff auf Tongatapu



Frieder und rotes Handtuch am Strand von Uoleva

Der grosse Banyan Baum

Rugby Fans

Sonntag, 1. Mai 2011

Die letzten Tage haben einfach wieder einmal gezeigt, dass die neuseeländische Identität im Grunde ihres Herzens britisch ist: Das Land befindet sich seit Wochen im William und Kate Fieber, die Schaufenster sind mit den offiziellen Verlobungsfotos dekoriert und die Frage nach dem Schnitt des Brautkleids ist nicht nur Thema der Klatschpresse. Am grossen Tag tragen mehrere Kolleginnen konsequent Hut mit Tüll zur Arbeit und die Stadt ist voll mit Union Jacks und Leuten, die zu einer der vielen Royal Partys eilen. Den Kostümverleihen sind die Brautleider ausgegangen und wie viele Frauen die zum verwechseln ähnliche Replika von Kates Verlobungsring angeboten gekriegt haben, bleibt wohl eine der Fragen, die uns hier noch weiter beschäftigen werden. Scheinbar hat die Hälfte der Nation (2 Mio) das Geschehen in Westminster live verfolgt und unser lieber John Key hat sich gleich mal eine ganze Woche ins Mutterland aufgemacht, um den Feierlichkeiten beizuwohnen.

Wir haben unseren Osterurlaub dieses Jahr in Northland verbracht. Das ist der nördlichste Teil Neuseelands, eine der wärmsten Regionen hier. Uns ist wieder einmal bewusst geworden, wie wunderschön das Land ist. Bei sommerlichen Temperaturen haben wir im Meer gebadet, einige kleine Wanderungen gemacht und uns einfach ausgeruht. Hier in Wellington ist es dagegen inzwischen Herbst geworden. Da die meisten Bäume immergrün sind und ihr Laub nie verlieren, fallen einem die Wechsel der Jahreszeiten viel weniger auf als in Deutschland. Hinzu kommt, dass wir seit 4 Wochen in einem Apartment in Zentrum der Stadt wohnen und zum ersten Mal nicht in unserer Wohnung frieren. Das klassische neuseeländische Haus ist eine hübsche Holzhütte ohne Heizung und mit Fenstern mit 1cm breiten „Lüftungsschlitzen“. Im Winter ist das einfach unerträglich. Auch die WHO hat bereits Alarm geschlagen und die durchschnittlichen 14 Grad Raumtemeperatur verurteilt. Insofern ist es eine ganz neue Erfahrung, im 6. Stock eines Hochhauses zu wohnen und zu Hause die Mützen ausziehen zu können. Vor ein paar Tagen hat sich auch schon die erdbebensichere Konstruktion des Gebäudes bewährt: Nachts um 1 Uhr sind wir beide von einem starken Stoss wach geworden. Der 2. Stoss hat dann das gesamte Haus ins Wanken gebracht, begleitet von einem knirschenden Geräusch. Jetzt ist der Riss in der Wand in unserem Schlafzimmer noch ein bisschen grösser….

Habt einen schoenen Fruehling!

neue Wohnung

watching Cricket

Let's play shops

Kerstin und Ilke beim Bier in Auckland

Anna öffnet das Osterei

Maitai Bay

nach dem Aufstehen

am morgen

der längste Steg im Meer

zwei Spaceships on Tour

Freitag, 11. März 2011

Im Moment ist es nicht gerade leicht, von Neuseeland zu erzählen ohne sofort beim Thema Naturkatastrophen zu landen. Allerdings kommt es einem in Anbetracht der Ereignisse in Japan fast schon komisch vor, über das Erdbeben in Christchurch zu schreiben. Dennoch wollte ich euch für eure Mails und Nachfragen danken: In Wellington haben wir nur einen schwachen Stoss gespuert, was sich in den darauffolgenden Tagen wiederholt hat. Auch wenn wir nicht persönlich betroffen sind, ist das Erdbeben doch für alls Kiwis eine kleine Katastrophe, deren Auswirkungen wir direkt oder indirekt täglich erfahren.

Es gibt aber auch noch echt gute Neuigkeiten: Und zwar habe ich gerade erfolgreich meine erste Arbeitswoche hinter mich gebracht! 3 Wochen und 4 Bewerbungen hat es gerade mal gebraucht, um mich in Lohn und Brot zu kriegen. Für die nächsten 6 Monate arbeite ich als Projektkoordinatorin bei der NZ Telecom. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie erleichtert ich bin, da ich ja schon dachte, dass es das mit meinem Berufsleben erst mal gewesen ist. Mein Team besteht zu 50% aus ausgewanderten Briten, dagegen kommen die Programmierer fast alle aus Indien - ich falle also überhaupt nicht auf. Es ist mein erster Job in der Privatwirtschaft, demensprechend hoch sind meine Erwartungen, da ja immer behauptet wird, dass im öffentlichen Sektor die Uhren langsamer gehen. Umso erstaunter war ich, als am Freitag um 16 Uhr die ersten Biere aus dem Firmenkühlschrank verteilt wurden und 1 Stunde später alle gemeinsam in den Pub sind.

Ansonsten geniessen wir den langen und warmen Sommer. Morgen gehen wir mit Freunden zu unserem ersten Cricket Match, der 2. Nationalsport in Neuseeland neben Rugby. Dann ist ja nur Zuschauen und Sonnencreme auftragen angesagt. Aber ab und zu werden wir auch selbst sportlich tätig.



Wir hoffen, dass es bei euch nun langsam aber sicher Frühling wird und ihr die Wintermäntel in den Schrank zurueckhängen koennt. Wir vermissen euch!

Hier sind noch ein paar neue Bilder, damit ihr seht was wir hier so treiben...

Erster Besuch aus Deutschland

Minderjährige Strassenmusiker

An der Softeismaschine

Bacon and Eggs Stand

Auf dem Weg zum Meer

Kerstin vor unserer Bude

Mit Freunden im Park bei Pizza und Bier

Blick auf die Stadt vor unserem Haus