
Was haben November, Schnurrbärte und Spenden gemeinsam? Diese Frage ist für die meisten Neuseeländer völlig klar: Movember. Um das zu kapieren bedurfte es meines Freundes Arjun, der eines Morgens in mein Büro spazierte, den Ansatz eines Schnurrbarts über der Oberlippe. Er fragte mich, ob ich seine Gesichtsbehaarung mit einer kleinen Spende unterstützen wolle. An die Gesellschaft für Prostatavorsorge sollte das Geld gehen. Ich schaute ziemlich verdutz und vermutete den Grund für mein Unverständis in einem sprachlichen Problem. Er aber blieb dabei: Kohle für Bart.
Und so wurde ich mit der Tradition der Neuseeländer vertraut, im November sich für Geld einen Bart wachsen zu lassen und dieses für wohltätige Zwecke zu spenden. An sich eine gute Idee, und dass diese einen Slogan braucht liegt auf der Hand, aber der Zusammenhang Movember= moustache + november ist doch irgendwie an den Haaren herbeigezogen, oder?
Nicht nur Hippies, Weltverbesserer und Opas unterstüzten die Aktion, sondern v.a. auch Geschäftsleute lassen sich im November den Bart stehen. Ganze Abteilungen der Nationalbank wetteifern um dessen Länge und Dichte, gesponsort von ihrem Arbeitgeber. Wie stark Movember im Selbstverständis der Neuseeländer verankert ist, zeigte die Reaktion von meinem Kumpel Steven, der ehrlich überrascht war, dass wir dergleichen in Deutschland nicht kennen.
Da Movember nun schon von den Neuseeländern erfunden wurde und niemand gerne als Nachmacher dasteht, habe ich mir etwas anderes für die Deutschen einfallen lassen. Was haltet ihr z.B. von dem Vorschlag, sich die Brille seiner Oma auszuleihen und damit auf Spendenjagd zu gehen...


