Sonntag, 1. Mai 2011

Die letzten Tage haben einfach wieder einmal gezeigt, dass die neuseeländische Identität im Grunde ihres Herzens britisch ist: Das Land befindet sich seit Wochen im William und Kate Fieber, die Schaufenster sind mit den offiziellen Verlobungsfotos dekoriert und die Frage nach dem Schnitt des Brautkleids ist nicht nur Thema der Klatschpresse. Am grossen Tag tragen mehrere Kolleginnen konsequent Hut mit Tüll zur Arbeit und die Stadt ist voll mit Union Jacks und Leuten, die zu einer der vielen Royal Partys eilen. Den Kostümverleihen sind die Brautleider ausgegangen und wie viele Frauen die zum verwechseln ähnliche Replika von Kates Verlobungsring angeboten gekriegt haben, bleibt wohl eine der Fragen, die uns hier noch weiter beschäftigen werden. Scheinbar hat die Hälfte der Nation (2 Mio) das Geschehen in Westminster live verfolgt und unser lieber John Key hat sich gleich mal eine ganze Woche ins Mutterland aufgemacht, um den Feierlichkeiten beizuwohnen.

Wir haben unseren Osterurlaub dieses Jahr in Northland verbracht. Das ist der nördlichste Teil Neuseelands, eine der wärmsten Regionen hier. Uns ist wieder einmal bewusst geworden, wie wunderschön das Land ist. Bei sommerlichen Temperaturen haben wir im Meer gebadet, einige kleine Wanderungen gemacht und uns einfach ausgeruht. Hier in Wellington ist es dagegen inzwischen Herbst geworden. Da die meisten Bäume immergrün sind und ihr Laub nie verlieren, fallen einem die Wechsel der Jahreszeiten viel weniger auf als in Deutschland. Hinzu kommt, dass wir seit 4 Wochen in einem Apartment in Zentrum der Stadt wohnen und zum ersten Mal nicht in unserer Wohnung frieren. Das klassische neuseeländische Haus ist eine hübsche Holzhütte ohne Heizung und mit Fenstern mit 1cm breiten „Lüftungsschlitzen“. Im Winter ist das einfach unerträglich. Auch die WHO hat bereits Alarm geschlagen und die durchschnittlichen 14 Grad Raumtemeperatur verurteilt. Insofern ist es eine ganz neue Erfahrung, im 6. Stock eines Hochhauses zu wohnen und zu Hause die Mützen ausziehen zu können. Vor ein paar Tagen hat sich auch schon die erdbebensichere Konstruktion des Gebäudes bewährt: Nachts um 1 Uhr sind wir beide von einem starken Stoss wach geworden. Der 2. Stoss hat dann das gesamte Haus ins Wanken gebracht, begleitet von einem knirschenden Geräusch. Jetzt ist der Riss in der Wand in unserem Schlafzimmer noch ein bisschen grösser….

Habt einen schoenen Fruehling!

neue Wohnung

watching Cricket

Let's play shops

Kerstin und Ilke beim Bier in Auckland

Anna öffnet das Osterei

Maitai Bay

nach dem Aufstehen

am morgen

der längste Steg im Meer

zwei Spaceships on Tour

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